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Wieder ein Schrittchen weiter

Montagnachmittag, knapp über 0 Grad, Römerberg: Etwa 60 Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer vom Gymnasium Süd schwenken bunte Plakate, machen Lärm mit Trommeln und Trillerpfeifen, rufen: “Wir wollen eine Schule!”

Diese Forderung ist hinlänglich bekannt. Aber hin und wieder muss man auf sie lautstark aufmerksam machen, und sei es bei winterlicher Kälte. In Hörweite unserer wackeren Kundgebung am Montagnachmittag (20. Januar) tagt nämlich der Bildungsausschuss der Stadt Frankfurt. Dort sitzen mit etlichen Stadtverordneten und der Bildungs- und Schulbaudezernentin Sylvia Weber einige der Entscheider zur Frage, wie schnell das ehemalige Behördenzentrum zwischen Seehof- und Gerbermühlstraße zum Gymnasium Süd umgebaut wird.

An diesem Tag sitzen dort auch Vertreter der Schulleitung, des Personalrats der Schule, des Schulelternbeirats und der Elterninitiative Gymnasium Süd. Wir wollen ja als Schulgemeinschaft zu Beginn des Schuljahrs 2027/28 in den Endstandort einziehen. Also müsste der Umbau möglichst bald beginnen. Daher sind wir froh, dass die CDU unser Anliegen auf die Tagesordnung des Bildungsausschusses gehoben hat. So können wir Dezernentin Weber dort fragen, wann der Magistrat der Stadt und die Stadtverordneten endlich die nötigen Beschlüsse fassen, damit die städtische Baugesellschaft ABG mit dem Umbau beginnen kann. 

Nach unserer Auffassung muss das im ersten Quartal dieses Jahres passieren, damit die Schule samt Sporthalle und Außengelände im Sommer 2027 bezugsfertig ist. 

Frau Weber sichert uns zum wiederholten Mal und erstmals vor größerem Publikum zu: “Der Umbau des Endstandorts wird im ersten Halbjahr 2027 fertig. Wir sind da absolut im grünen Bereich.” Sie sagt das ohne jede Relativierung, mit betont felsenfester Überzeugung. Ihre Referentin für Schulbauangelegenheiten bestätigt jedes Wort mit heftigem Kopfnicken.  

Wir nehmen Frau Weber beim Wort und hoffen, dass sich ihr zuversichtlicher Blick in die Zukunft als zutreffende Voraussage herausstellen wird.

Denn noch sind viele Schritte zu gehen. Wie die Dezernentin im Ausschuss ebenfalls sagt, liegt nach wie vor kein Magistratsbeschluss für den Umbau des Endstandorts vor. Das sollte eigentlich längst passiert sein, schon vor Weihnachten 2024 sollten die Stadtverordneten das an sich unstrittige Projekt beschlossen haben. 

Es habe bei der Beratung im Magistrat noch Fragen zur Finanzierung gegeben, sagt Weber. Diese habe das Dezernat bereits beantwortet, schon am Freitag dieser Woche (24. Januar) stehe das Gymnasium Süd erneut auf der Tagesordnung der Magistratssitzung. Wieder gibt sich Weber mehr als zuversichtlich: “Ich gehe fest davon aus, dass es dann beschlossen wird.” Am Freitagnachmittag wolle sie unseren Schulleiter Thomas Strauch anrufen und ihm die frohe Kunde überbringen.

Das wäre genau einen Monat nach Weihnachten die Bescherung, die es für die Schulgemeinschaft längst hätte geben müssen.

Geht es nach Frau Weber, soll die Magistratsvorlage zum Gymnasium Süd am 27. Februar ins Plenum der Stadtverordnetenversammlung eingebracht und dort beschlossen werden. Schon vorher könnten die Bauarbeiten am Endstandort beginnen, weil die Stadt nach erfolgtem Magistratsbeschluss mit der ABG einen Vertrag unter Gremienvorbehalt besiegeln könnte. 

Es wäre dringend nötig. Unsere Schule kann sich keine Verzögerung leisten, damit die Aufteilung auf zwei Interim-Standorte nicht länger als bis 2027 dauert. Webers Dezernat hat im vergangenen Jahr viel vorangebracht, aber durch die jahrelange Verzögerung bei den Verhandlungen zum Endstandort eben auch die Trennung der Schulgemeinschaft verschuldet. Jetzt gilt es, umso zügiger zu arbeiten. Wir wollen – und brauchen – eine Schule!

Die Frankfurter Rundschau, die Frankfurter Neue Presse (nicht online) und das Journal Frankfurt haben übrigens auch berichtet.